Hohe Gewalt-Bereitschaft in deutschen Fußball-Stadien

Wird der Stadionbesuch zum Risiko?

Veröffentlicht am 7. Dezember 2011 von Gastautor
Kategorien: Kultur & Freizeit, Weltgeschehen

Man hört immer mehr über die Gewalt im Fußballstadion durch Presse, Internet und Zeitung. Viele, darunter zum Teil auch Vorsitzende der Vereine, stufen die zunehmenden Unfälle oder Gewalttaten im Stadion als „sehr gefährlich“ ein. Doch zeigt die Statistik wirklich eine Zunahme an Ausschreitungen?

Die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) veröffentlicht einmal jährlich einen neuen Bericht. Bereits Ende Oktober kam ihr neuer Bericht heraus. Der erste Satz dieser neuen Einschätzung gibt auf die oben genannte Frage eine direkte Antwort: „Gewalttätige Ausschreitungen durch Fußballfans bewegen sich seit Jahren auf einem seit der Spielzeit 1999/2000 saisonal schwankenden, jedoch tendenziell konstant hohen Niveau.“

Das war eine Einschätzung, die Experten nicht gerade in Alarmstimmung versetzte. In den beiden Jahren davor hatte die Behörde schließlich noch vor einer „zunehmend höheren Gefahr“ gewarnt. Aber dann folgten innerhalb von gut einer Woche eben solche Schreckensmeldungen aus allen Ecken der Fußballwelt, dass man denken konnte, der deutsche Fußball versinke in Aufruhr, Gewalt und Chaos. Ausschlaggebend dafür waren hauptsächlich die Ausschreitungen und Pyrozündungen der Dresdner Anhänger beim Pokalspiel in Dortmund (25.10.2011) mit einigen Verletzten und vielen Festnahmen. Außerdem verantwortlich für die zunehmende Angst waren die Krawalle in Frankfurt mit verletzten Beamten. Seitdem werden die Krawalle und die Gewalt nicht mehr als übliche Ausschreitungen angesehen, die nicht zu verhindern sind, sondern als größte Gefahr für den deutschen Fußballsport.

Der jüngst entschiedene Ausschluss von Dynamo Dresden von der DFB-Pokal-Runde in der nächsten Saison war als Strafe ausgelegt. Jedoch bleibt zu vermuten, dass sich die Dynamo-Ultras für diesen Ausschluss „rächen“ werden. Der Versuch des DFB, sich für diese Entscheidung zu rechtfertigen, blieb bisher dementsprechend erfolglos. Daher wollen DFB ( Deutscher Fußball-Bund ) und DFL ( Deutsche Fußball Liga ) einen Pakt mit Politik, Polizei und Justiz schließen, um die jetzige Situation in den Griff zu bekommen.

„Gerade gegenüber extremen Gewalttätern müssen bundesweit wirksame Stadionverbote über mehrere Jahre konsequent angewendet werden“ ,

war die Aussage des bayerischen Innenministers Joachim Hermann , „Je brutaler die Gewalt, desto länger muss das Verbot sein.“

Sein Amtskollege, der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann, forderte Ähnliches: „Wer den Besuch eines Fußballstadions dazu missbraucht, Gewalttaten zu begehen, darf ein Stadion nicht mehr betreten.“

Jedoch sind die Meinungen zu dem Thema immer noch verschieden. Während Vorsitzende der Vereine, Presse, Zeitungen und „normale Fans“ die Gewalt in den Stadien fürchten, versuchen Polizei und einige Organisationen, die sich mit dem Thema beschäftigen ( wie z.B. die ZIS ), die Gemüter zu beruhigen.

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