Projektwoche ein voller Erfolg

Mit Friedrich ins 18. Jahrhundert

Veröffentlicht am 7. März 2012 von Gastautor
Kategorien: Schule, Top-Themen
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Alle Schülerinnen und Schüler durchschreiten täglich mehrere Male den Haupteingang des Friedrichs-Gymnasiums, sie durchleben den ganz gewöhnlichen, mehr oder weniger stressigen Schulalltag und arbeiten zielstrebig auf das Abitur hin. Das Schild „Gymnasium Fridericianum“, welches groß über dem Haupteingang thront, ist dabei im Laufe der Zeit für viele zu einer Selbstverständlichkeit geworden; eine Selbstverständlichkeit, die häufig, wenn überhaupt, eher periphere Aufmerksamkeit erntet. Viele wissen gar nicht, wer Friedrich II. war, was er gemacht hat, warum unsere Schule nach ihm benannt ist und wofür unsere Schule demnach steht.

Dieser Wissenslücke wurde mithilfe einer aufwendig organisierten und umfassenden Projektwoche vom 12.02. bis zum 16.02.2012 anlässlich des 300. Geburtstages von Friedrich entgegengewirkt. Den Mittelpunkt bildeten selbstverständlich Friedrich der Große, sein Leben, seine Taten als König, aber auch die Zeit, zu der er lebte, um sich besser in die damalige Mentalität der Menschen hinversetzen zu können.

Voller Spannung, was sie wohl erwarten würde, kamen die Schülerinnen und Schüler, aber höchstwahrscheinlich auch viele Lehrkräfte, am Montag zur Schule und ordneten sich ihren entsprechenden Räumen zu. Die Tatsache, dass aus bis zu 30 entsprechenden Projekten gewählt werden konnte, die wohl das ganze Themengebiet von naturwissenschaftlichen Aspekten über Sport und Tanz, Philosophie bis hin zu Literatur und Theaterstücken (und dies sind bei weitem noch nicht alle) trug ebenfalls zu einem großen Interesse und einer guten Arbeitsmotivation bei. Es war einfach für jeden etwas dabei, mit dem man sich identifizieren und seine Energie hineinstecken konnte.

Zugegeben, auf Außenstehende würde es wohl einen ziemlich seltsamen sowie fragwürdigen Eindruck machen, wenn Schülerinnen und Schüler in altertümlichen Trachten, Gewändern und Perücken herumlaufen und auf den Fluren auf „primitive“ Art und Weise Wäsche waschen anstatt in gewohnter Manier über Büchern und Heften zu sitzen.

„Das Ganze ist Teil der Projekttage, die wir in dieser Woche zum Thema Friedrich der Große veranstalten.“

So äußerte sich Frau Wolff-Marzona bezüglich der Tatsache, dass man sich wie in eine andere Zeit versetzt fühlte. Besonders angetan zeigte sie sich auch von dem außerordentlichen Engagement einiger Schülerinnen und Schüler, welches sogar über den eigentlichen Unterricht hinausging und in sehr viel eigenverantwortlichem und selbstständigem Arbeiten mündete; ein weiteres Zeichen für die Begeisterung und das Interesse für dieses Projekt.

Am Donnerstag war es dann schließlich soweit: Unsere Schule konnte die Früchte von vier Tagen geistiger und körperlicher Arbeit der Öffentlichkeit präsentieren. Die Besucher hatten dabei die Möglichkeit, durch die Räume der Schule zu gehen und die verschiedenen Ergebnisse der Projektgruppen zu bestaunen. Hochkompetent standen die Schülerinnen und Schüler als Experten bereit, um den Besuchern die Inhalte zu vermitteln; in einigen Projekten hatten die Besucherinnen und Besucher sogar die Möglichkeit, sich aktiv an der Präsentation zu beteiligen, wie zum Beispiel im „Philosophie-Projekt“, wo sie an einer konstruktiven Diskussionsrunde bezüglich der Fragestellung, ob Friedrich denn nun ein guter, aufgeklärter Herrscher war, teilnehmen konnten.

Auch die verschiedenen altertümlichen Tänze (zum Beispiel Barock-Tänze), die in der Sporthalle aufgeführt wurden, fanden großen Anklang bei dem Publikum, und es war ferner schnell zu sehen, dass sich die Tänzerinnen und Tänzer große Mühe gegeben und ihre Aufführung bestens vorbereitet hatten.

Einige Jahrgangsstufen stellten derweil ihr schauspielerisches Können unter Beweis, wobei sie die Drehbücher auch selbst verfasst hatten. Darüber hinaus haben sie uns bewiesen, dass auch schon die Jüngeren sehr selbstständig arbeiten und dabei ein respektables Ergebnis abliefern können, wovon sich ein jeder, der die Aufführung sah, selbst überzeugen konnte.“Das hat viel Spaß gemacht, weil wir keinen richtigen Unterricht hatten, vieles selbstständig erarbeiten durften und als Gruppe einige Ideen umsetzen konnten“, erzählte Marie Meißner aus der 5a.

Alles in allem lässt sich sagen, dass das Schulprojekt „Friedrich der Große“ eine sehr gute Möglichkeit für uns alle darstellte, einen Einblick ins Alte Preußen und damit in unsere eigene Geschichte zu bekommen. Auch hat es aufgezeigt, wie allgegenwärtig Geschichte sein kann. Diese Projektwoche hat uns die Chance gegeben, darüber über diese Geschichte zu reflektieren, uns unsere eigene Meinung darüber zu bilden, und wer weiß – vielleicht sieht der oder die eine oder andere unsere Schule mit ganz anderen Augen, ist entweder stolz oder beschämt.

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