9er-GK Praktische Philosophie zu Besuch im Bielefelder Theaterlabor

Schlachter-Tango

Veröffentlicht am 16. Juni 2011 von Isabell
Kategorien: Schule
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Michael Grunert, Pauline, Isabel, Jolina, Charlotte, Sonja und im Vordergrund Ludwig Meyer

Am 27.05.11 hat eine Schülergruppe des Kurses Praktische Philisophie mit Frau Schlüchtermann das Theaterstück „Schlachter-Tango“ im Theaterlabor Bielefeld besucht. Da im Unterricht das Thema Liebe und Homosexualität behandelt wird, passt dieses Theaterstück, das die Lebensgeschichte des homosexuellen Ludwig Meyer aus Bielefeld darstellt, sehr gut zu den Fragen aus dem Unterricht.

Ludwig Meyer wurde 1903 als Sohn eines jüdischen Schlachtereibesitzers in Bielefeld geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Bielefeld. Er machte eine Lehre als Kaufmann und arbeitete dann in verschiedenen deutschen Städten, bis er 1933 den väterlichen Betrieb übernahm. Während des Nationalsozialismus wurde er mehrmals wegen seiner Homosexualität verhaftet. Er verbrachte 6 1/2 Jahre in verschiedenen Konzentrationslagern. 1945 kehrte er nach Bielefeld zurück. Die folgenden Jahre waren geprägt von seinem Kampf um Anerkennung als Verfolgter des Naziregimes und die damit verbundenen Wiedergutmachungszahlungen. 1953 ging er nach Hannover und eröffnete eine Schwulenbar, das Wielandseck. In den 60er Jahren zog es ihn nach Hamburg. Dort wurde er 1975 in seiner Wohnung erschlagen aufgefunden.

Der Schauspieler Michael Grunert fand 2000 in der Bielefelder Wochenzeitung einen Artikel, der ihn seitdem nicht mehr losließ. Der Artikel trug die Überschrift „Ludwig Meyer – homosexuell und Jude“. In Grunert reifte der Gedanke, die packende Lebensgeschichte des Ludwig Meyer auf die Bühne zu bringen, und diesen Gedanken setzte er im letzten Jahr in die Tat um. Es entstand das Stück „Schlachter-Tango“.

Wir trafen auf Theater einer ganz anderen Art. In intimer Atmosphäre bekamen wir tolles Schauspiel geboten, in dem ein Schauspieler (Michael Grunert) die verschiedenen Rollen alleine darstellte. Er konnte von einer Sekunde zur anderen die Rollen wechseln und sich komplett verwandeln. Dabei setzte er die wenigen Requisiten sehr wirkungsvoll ein. Wir waren durchgängig von der Handlung eingenommen und fasziniert.

Unsere Reaktionen:

Jede einzige Handlung für sich war ein starkes Bild!“

Charlotte (9b)


Es war eine eindrucksvolle Einzeldarbietung.“

Sonja (9b)


Mir hat besonders gut die ausdrucksstarke Gestik und Mimik gefallen.“

Pauline (9b)


Es war toll, wie eine Person so ausdrucksstark in verschiedene Rollen schlüpfen konnte.“

Frau Schlüchtermann

 

Nach der Vorstellung hatten wir das Glück, dass sich der Schauspieler Michael Grunert Zeit für ein Gespräch mit uns nahm. Er erklärte uns unter anderem, warum er ganz bewusst nur wenige Requisiten eingesetzt hat, warum er die Geschichte des Ludwig Meyers dargestellt hat und was ihn an der Figur fasziniert. Es war spannend, etwas über die Entstehung des Stücks zu erfahren.

 

Das Stück allein zu erarbeiten war aufregend.“

Michael Grunert

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