Projektgruppe besucht Herforder Kreisblatt

Den Profis über die Schulter geblickt

Veröffentlicht am 16. Februar 2012 von Gastautor
Kategorien: Kultur & Freizeit, Schule, Top-Themen
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Ein geregelter Tagesablauf? Nicht möglich. Ein ruhiger Schlaf? Selten. Zukunftsperspektiven? Gering. Auch wenn es nicht immer nach einem Traumberuf klingt, steht die Tätigkeit als Journalist bei jungen Leuten immer noch hoch im Kurs. Wir waren zu Besuch in einer Redaktion des Herforder Kreisblattes im Rahmen unserer Projektwoche zu „Friedrich 300“ und haben den Profis bei ihrer nervenraubenden Arbeit über die Schultern geschaut.

Die Technisierung ebnet neue Wege
Hinter der Eingangstür erwartete uns in der Geschäftsstelle ein herzlicher Empfang des Leiters der Redaktion, Ralf Meistes. In zwei Gruppen aufgeteilt wurden wir durch die verschiedenen Etagen und Räume geführt. Aufgrund der weiten Verbreitung des Westfalen-Blattes gibt es etliche auf bestimmte Bereiche spezialisierte Büro-Räume, in denen den Mitarbeitern durch die neue Technik vieles leichter gemacht wird. Zum Beispiel werden die Fotos nun per Chip über die Digitalkameras an die Computer übertragen und nicht per Film-Kameras in die Entwicklung gegeben und mit einem Scanner auf dem Computer gespeichert. Ein altes Foto-Archiv besteht neben dem digitalisierten jedoch weiterhin. Außerdem müssen die einkommenden Texte (damals per Post) nicht mehr mühsam in die Computer eingegeben werden, sondern kommen direkt via E-Mail in die Redaktion.

Hat die Tageszeitung überhaupt noch eine Zukunft?
Peter Schellberg, der Stellvertretende Redaktionsleiter, erzählte uns, dass er keinerlei Befürchtungen habe, dass die Tageszeitung durch das Internet ersetzt werden würde. Es blieben immer noch genug Arbeitsplätze, sagte er. Der Redakteur hielt es zudem für möglich, dass in der Zukunft kleine Bewegungsabläufe der Bilder in der Zeitung erscheinen werden. Im Hinblick auf die Finanzierung der Tageszeitungen sagte uns der stellvertretende Redaktionsleiter: „Die Zeitung lebt von den Anzeigen und weniger von den Abonnenten.“

Die Zeitung lebt von den Anzeigen und weniger von den Abonnenten

Peter Schellberg, stellv. Redaktionsleiter

Tagesablauf des Journalisten
Um zehn Uhr morgens beginnt der Tag eines Redakteurs mit einer Konferenz, in der die Termine der nächsten Tage verteilt werden (z.B.Konzerte). Danach werden von jedem Journalisten auf seine eigene Weise Informationen gesammelt. Manche gehen zum Beispiel in der Innenstadt herum und suchen nach aufregenden Geschehnissen, während andere im Internet surfen oder zu ihren abgesprochenen Terminen fahren. Außerdem bekommt die Redaktion regelmäßig neue Ideen von ihren Informanden. Um 12:45 Uhr findet dann die sogenannte „Telefon-Konferenz“ mit den in der Nähe liegenden Redaktionen statt, in der ebenfalls neue Ideen diskutiert werden. Dann geht´s ans Schreiben der Texte, die bis spätestens 22:30 Uhr eingereicht werden müssen, damit die Zeitungen gedruckt werden können. Denn bereits um halb zwei morgens begeben sich 250 Zusteller auf den Weg, damit

die Zeitungen beim Frühstuck auf dem Tisch liegen,

so der Journalist. Außerdem gibt es einen „Alarm-Dienst“, der auch nach 22 Uhr in Bereitschaft ist. Die Arbeitswoche eines Journalisten besteht aus 37,5 Stunden, zu denen mit Sicherheit noch etliche Überstunden dazu kommen.

Wie man Journalist werden kann
Um Journalist zu werden, ist nicht unbedingt ein Studium nötig, allerdings wäre es natürlich von Vorteil aufgrund der Masse an Bewerbungen. Ebenfalls ist ein Praktikum in einer Redaktion, noch vor dem Abitur möglich und wegen den damit verbundenen Erfahrungen vorteilhaft. Eine Ausbildung nach dem Abitur kann auch zu einer Anstellung als Journalist führen. Man braucht sich keine Sorgen zu machen, wenn man zum Beispiel etwas im Bereich Sport studiert hat, denn dafür gibt es auch Fachzeitschriften zum passenden Thema. Zwar kann man sich vom Gehalt her mit der Arbeit als Journalist nicht mit Profi-Sportlern messen, allerdings erhält man trotzdem ein stattliches Gehalt von ungefähr 3.000 € brutto im Monat. Mit etwas Eifer und Spaß am Beruf kann man natürlich auch auf eine Beförderung hinarbeiten.

 

Lukas Opitz und Hendrik Störmer

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