Wie der König residierte

Friedrichs Tafelrunde – Sanssouci

Veröffentlicht am 16. Februar 2012 von Gastautor
Kategorien: Schule
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Großes Geschrei empfängt uns, als wir die Tür zur Aula öffnen, eine wutentbrannte Stimme hallt durch den Saal. Was sich in den ersten Sekunden anhört wie ein Fall für die JVA, entpuppt sich nach einem Blick auf die Bühne als lebensecht gespielter Streit: Friedrich II. von Preußen ist es, der da, zwar in Jeans und T-shirt, aber voller Elan, vor seiner Tafelrunde den Philosophen Voltaire maßregelt.
Es folgt eine hitzige Diskussion bei Tisch und bereits jetzt ist uns klar: langweilig wird es hier auf keinen Fall.
Das Leben Friedrichs des Großen in 80 Minuten – 13 Szenen, selbst verfasst von den Mitgliedern der Theater-Ag des Friedrichs-Gymnasiums, unter der Leitung von Herrn Scheibe-Hopmann und Herrn Dr. Gindele, das ist es, was hier in mühevoller Arbeit geprobt, verbessert und weiter geprobt wird.
Es geht um das Leben und Wirken des diesjährigen Geburtstagskindes, welches während des Stückes mit verschiedenen Akteuren an seiner Tafel sitzt und diskutiert. Immer, wenn das Gespräch auf einen entscheidenden Punkt im Leben Friedrichs kommt, wechselt der Ort des Geschehens auf eine Nebenbühne und beleuchtet diese Punkte in Form von Rückblenden genauer.
Ungefähr zwei Monate saßen die Schüler an dem Drehbuch, doch das war nur vorläufig; sehr vieles änderte und ändert sich noch immer, bei den Proben jeden Mittwoch Nachmittag unter den Kennerblicken von Herrn Scheibe-Hopmann und Herrn Dr. Gindele, dem ehemaligen stellvertretenden Schulleiter des Friedrichs-Gymnasiums.

„Schon immer lustig, die Proben“

(Kim Maleen Kirsch, J10)

Die Aufführung des kompletten Stückes ist für September 2012 geplant. Im Rahmen der Projektwoche wurden zunächst zwei Szenen vorbereitet: Einmal die Szene, in der Voltaire Friedrich davon zu überzeugen sucht, seine Kriegsführung zu überdenken; statt der gegenwärtigen Blutrünstigkeit solle er philosophischer sein, mehr nachdenken.
In der zweiten Szene rutsch die Schülerin Eva aus der heutigen Zeit überraschend in die Szenerie der Tafelrunde; was Friedrich zutiefst schockiert ist ihre Spontanität und

„Er regt sich auf, dass das ’ne Frau ist“

(Pauline Schürstedt, J10)

Dies hebt mit kritischem Ton die niedere Rolle der Frau zu Zeiten Friedrichs hervor.

Im Januar unternahm die AG einen mehrtägigen Ausflug nach Berlin, unter anderem um das Schloss „Sanssouci“ zu besichtigen – die Residenz, in der der preußische König sich den Musen der Musik, Kunst und Philosophie hingab – und um sich verschiedene Vorträge über ihn anzuhören.
Bestens informiert und mit viel Begeisterung stehen die 11 jungen Schauspieltalente nun auf der Bühne und versetzen den Zuschauer in eine längst vergangene Zeit. Ob der lebhaften Diskussionen und des vollen Engagements dürfen wir gespannt sein auf einen interessanten Vorgeschmack dieses einzigartigen Werkes.

Abschließend haben wir noch ein Interview mit zwei Akteuren geführt:

 

von Julie Meyer, Annika Danielmeier, Marlene Sacher, Johanna Sacher

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